„Singapore – It’s a FINE city“
Singapur wird nicht zu Unrecht auch die “Schweiz Asiens” genannt, denn es ist wohl die sauberste und strukturierteste Stadt die wir im asiatischen Raum bis jetzt bereist haben. Erstes Anzeichen dafür war die vorgängig zugestellte Post von unserem Singapurer Tourmanager Ben: der „Artist Itinerary“, ein neunseitiges Dokument, aus welchem auf die Minute genau ersichtlich war, wo wir wann und wieso sein müssen. Also in etwa: 1600 Transfer to Venue – 1630 Arrival at Timbre – 1640 Soundcheck – 1715 Band eating – 1900 Linecheck (1 Bandmember) - 2030 1st Set (STARCH) – 2130 Beergames – 2200 2nd Set (STARCH) – 2330 Transfer to Hotel – 2345 Band rest … naja, “rest” wurde dann nicht immer sooo genau genommen, ansonsten klappte alles wie am Schnürchen. Sowas hatten wir natürlich in den letzten Wochen nie zu Gesicht bekommen und auch einen Tourmanager wie Ben zu haben, der immer auf die Minute pünktlich mit Bus und Fahrer bereitstand sowie auf jede Frage eine hilfreiche Antwort hatte, war das pure Wohlfühlprogramm.
Ein weiterer Punkt, in welchem Singapur uns ähnlicher ist als dem Rest Asiens: in dieser Stadt ist so ziemlich alles verboten. Kaugummi oder Zigarette auf den Boden werfen kostet 500 SGD, Nach dem WC-Gang nicht spülen (oder halt ne Sauerei hinterlassen) 1000 SGD, Rauchen in nicht gekennzeichnetem Areal 500 SGD und Sprayereien oder Tags geben direkt Knast… Dass das Tanzen in der Öffentlichkeit ohne Genehmigung verboten sein soll konnten wir dann selber nicht ernst nehmen…

Wir waren ja schon ein bisschen irritiert, als sich herausstellte dass unsere drei Gigs anlässlich des Oktoberfest Specials stattfinden sollten. Womit wir jedoch nicht gerechnet hatten war, dass in Singapur das Oktoberfest die neueste hippe Idee für ein junges Publikum ist. Etwa so wie wenn in der Schweiz deine Lieblingsbar ein Wochenende lang den Karneval von Rio de Janeiro inszenieren würde. Da sassen also wider Erwarten keine europäische Bierbauchtouristen mit Jägermütze an unserem Konzert sondern junge gutgelaunte urbane Asiaten, die Wurstteller vom Grill (jawohl, auch die Weisswürste…), Paulaner vom Fass sowie das Servierpersonal in einer Mischung aus Dirndl und asiatischer Schulmädchenuniform genossen. Beruhigt rockten wir also drei Mal in Serie das Singapurer Oktoberfest und verkauften noch die allerletzten CDs, welche eigentlich als Geschenk für unsere chinesischen Freunde gedacht waren. Doch ohne CDs nach Shanghai zu reisen wäre ja wohl das blödeste gewesen was wir machen könnten und so suchten wir einen Copyshop auf und produzierten nochmals 100 Stück nach. Kopieren ist ja sowieso eine grosse Stärke der Asiaten und so können auch wir davon profitieren.
Da uns die drei Konzerte ein wenig zugesetzt hatten, Singapur uns dann doch ein Bisschen zu gefährlich wurde, da einige von uns absolut prädestiniert wären, in sämtliche der oben beschriebenen Gesetzesfallen zu tappen, und wir bald die anstrengende Chinareise antreten werden, haben wir beschlossen uns an den letzten drei Off-Tagen noch etwas Erholung auf Phuket (Thailand) zu gönnen. Dort wurde dann am Pool ausgespannt, surfen gelernt, mit der Vespa auf der Halbinsel rumgetuckert und einfach die Zeit genossen.
Jetzt heissts in neuer Frische ab nach Shanghai für 6 Gigs in 7 Tagen…

Hier noch das Interview mit toxic.fm vom Flughafen Phuket.
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goodness. you guys were great at the oktoberfest. good music, funny and all. but i couldn’t understand a single word up there. zzz. have fun!